Geschichte

In den USA erneuerte der Maler und Graphiker Louis Comfort Tiffany (1848-1933) zu Ende des 19. Jh. die seit Jahrhunderten vergessene Technik zur Herstellung der gotischen Kirchenfenster. Bis ins 15. Jh. wurden sie aus farbigen Glasstücken zu Mosaiken zusammengesetzt und durch Bleibänder verbunden. Das handgefertigte Glas war von irregulärer Struktur, hatte Luftblasen und unterschiedliche Stärken. Wenn sich das Licht in den Scheiben brach, erhöhten diese Unregelmässigkeiten die faszinierende Wirkung der Fenster erheblich.
In späteren Zeiten änderte sich die Technik. Die Glasscheiben wurden bemalt. Die Farbe war also nicht mehr im, sondern auf dem Glas. Leider verlor es damit seinen magischen Glanz und seine Tiefe. Es wirkte im Vergleich matt und leblos.

Anders als heute gab es Ende des 19. Jh. keine qualifizierten Glashütten in den USA. Also importierte man das Gewünschte aus Europa. Damals begann Tiffany mit seinen Versuchen, makelloses Glas, insbesondere Farbglas, selbst herzustellen, um es anschliessend mit der alten Technik zu verarbeiten. Er fügte den üblichen Bestandteilen wie Kieselsäure (Quarzsand), Kalk und Soda, Metalloxyde von Chrom, Kobalt, Silber und Gold bei. Nach zahlreichen Rückschlägen und immer neuen Versuchen mit den verschiedensten Materialien und Techniken führte seine Beharrlichkeit zum Erfolg.
Im Laufe von dreissig Jahren war es ihm gelungen, etwa fünftausend Farbnuancen herzustellen, darunter den berühmten «Opalton».

Eine entscheidende Treibkraft für Tiffanys Bemühungen war der damalige Bauboom. Es entstanden viele neue Siedlungen und jede Gemeinde war stolz auf ihre mit Farbfenstern geschmückte Kirche oder Kapelle. Meist waren es Gedächtnisfenster - «Memorial Windows» - zur Erinnerung an die Stifter oder Gründer. Öffentliche Institutionen und Privatleute folgten dieser Mode und so entstanden im Laufe der Jahre, verstreut über die gesamten Vereinigten Staaten, tausende von farbigen Fenstern in Villen, Stadthallen, Bahnhöfen, Colleges und sogar auf Dampfschiffen.
Zunächst entwarf Tiffany seine Fenster selbst. Später aber, als sich Atelier und Fabrikation ständig vergrösserten, zog er sich ein Team von Designerinnen und Designern bei, das ihm jahrzehntelang treu blieb. Trotzdem gab es keinen Entwurf, der nicht durch seine Hände ging.

In den USA und in Europa erfuhr die Glaskunst in den letzten fünfzehn Jahren starken Aufschwung. Künstler und Architekten arbeiten zunehmend mit Glas oder Glasobjekten. So erhält das vielseitige Material wieder einen festen Platz in unserem Leben.

Die Firma TIFFANY GLAS® bestehet seit 1979. Sie hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Glaskunst in all ihren Varianten auch in der Schweiz wieder Beachtung findet. Den Gestaltungsmöglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt. Der Zeitgeist und die Vielfalt der Stilrichtungen erlauben ein Nebeneinander von klassischen und modernen Formen, auch wenn wir heute den Namen Tiffany vor allem mit seinen Lampen verbinden.
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